Zeitenwechsel

Der offizielle Erscheinungstermin unseres ersten rainStein-Romans „Hinter dem Schweigen“ (->Hanna Ringena) lag nur Stunden vor dem Moment, als ->Verena von Hammerstein starb. Verena von Hammerstein, geb. 1922 in Zürich, war Zeitzeugin dessen, was das 20. Jahrhundert an Furchtbarem, Unverständlichem mit sich brachte. Sie war Helferin und Freundin derer, die verfolgt wurden. Sie war Zeugin des langen, zerstörerischen Leidens, das 1945 nicht aufhörte, sondern sich weitertrug, über die Generationen. Auf allen Seiten.

Nicht nur Verena von Hammerstein, die das rainStein-Projekt von Beginn an mitdachte, förderte und auf vielen Wegen selber füllte, auch andere Zeitzeugen, die uns nahestehen, gehen in diesem Jahr langsam von uns fort. Viele andere sind schon gegangen, darunter die Dichter des ->Lyris-Kreises in Jerusalem. Oder auch ->Ingeburg Kähler. Und nur noch wenige sind da zum Berichten aus eigenem Erleben. Bei rainStein sind es so wichtige Stimmen wie ->Marianne Degginger („Marianne“), die Schwestern ->Rhea und ->Ruth Schönborn („Das Kind im Park“) und ->Yvonne Livay („Die Frau mit der Lotosblume“).

Bedeutsam ist es daher, daß gerade jetzt der Roman ->“Hinter dem Schweigen“ erscheint, der den Staffelstab aufnimmt und die Botschaft weiterträgt. Erzählt von einer, die zur „Nachkriegsgeneration“ gehört – und damit zu denen, die in ihrem Dasein die Folgen jener Kriegs- und Vernichtungsjahre spüren. ->Die Fragen sind dieselben. Der Ton ein anderer. – Antwort zu geben, bleibt weiter unsere Sache.