Autorin: Hanna Ringena

268 Seiten

1. Auflage 2021

lieferbar

Preis: 19.90 €

ISBN: 978-3-940634-32-0

Hinter dem Schweigen. Roman

Ein ->Roman über die Macht, die Kunst und Liebe in unserem Leben haben können. Hanna Ringenas zweiter Roman (siehe unsere rainStein ->Autorenseite) geht eine der noch immer schwierigen Fragen unserer Zeit mit Mut und geheimnisvoller Leichtigkeit an. Zwischen Deutschland, Frankreich und Israel werden Johanna und ihre Freunde in einen Sog gerissen, den sie zunächst kaum selbst verstehen. Kunst und die Abgründe der Liebe verwandeln sie. Menschen finden sich und finden ihre Sprache wieder. Ein bis zur letzten Seite spannender Roman, der hoffen läßt, dass Seelen heilen.

Aus  „Claras Vorwort“

… Natürlich hatte ich nicht die leiseste Ahnung, was dieses ominöse „Etwas“ sein sollte, oder wie sie sich eine „Sinfonie“ oder ein „Gedicht“ vorstellte. Auf den Stufen der Poesie hinunter in die Hölle des Bösen steigen, es hervor zu zerren, damit es elendiglich im Licht der Poesie zu Grund ginge, so sollte es sein.

Das war meine euphorische Fantasie.

Ach, und wie wir früher, ganz früher, über das verborgene Reich des Unbewussten spekuliert haben! Über das in uns Verschüttete, von dem wir oft nicht mehr wissen, was es ist, das aber Verwerfungen hervorbringt, die ungefragt an die Oberfläche dringen und eine für uns unerklärliche, jedoch sichtbare Form annehmen. Damals war es Theorie.
Ich war gespannt auf diese Formen, die ich jetzt finden und gestalten sollte. Mein Interesse, mein Ehrgeiz waren geweckt. Dieser unbekannte Raum war der Keller unserer Kindheit. „Wag es doch einfach…“
Das habe ich nun getan.
Johannas Briefe sind Kopien, die Originale hat sie behalten. David hatte alle ihre Briefe aufbewahrt und es zugelassen, dass sie mir die Kopien davon schickte.
Seine Briefe sind nicht dabei.
Viele Jahre habe ich gebraucht, um das alles zu ordnen und eigene Texte habe ich hinzugefügt. Vielleicht ist es ein Gemälde geworden, vielleicht eine Sinfonie, vielleicht ein Gedicht. Aus ihren Worten und aus meinen. Und während der Arbeit mit unseren Texten verstand ich allmählich, was sie meinte mit: „Die Grenzen zwischen Realität und Illusion sind ständig in Bewegung, sie fließen und wir treiben in ihrem Strom dahin. Unaufhaltsam.“
Doch die blauen Glasaugen der alten Puppe, die ich in dem Pariser Hotel fand, jagen mir noch heute Schauer über den Rücken, weil ich plötzlich in eine öde, verlassene Welt gezogen wurde und nicht wusste, wie ich diesem Sog entkommen sollte.

Johanna und ich hatten ein Abkommen.
Solange wir nicht das sichere Gefühl hatten, jetzt können die Texte veröffentlicht werden, wollten wir nicht darüber diskutieren. Sie wartete auf mein Ergebnis, auf die Gestaltung der Texte, auf mein Werk. Sie wartete dort, in Giv‘at Yalom, umgeben von Palmen und verlassenen Kuhställen. Jahrzehnte. Immer wieder habe ich das
Manuskript in großen Abständen aus der Schublade gezogen, gelesen, dies und das geändert, bis es soweit war.
Und das ist jetzt.

Autorin: Hanna Ringena

268 Seiten

1. Auflage 2021

lieferbar

Preis: 19.90 €

ISBN: 978-3-940634-32-0