Neu! Die Frau mit der Lotosblume.

Kann man sich das vorstellen? Plötzlich überfallen zu werden? Gewaltsam eingesperrt in enge Straßenzüge? Schließlich gefangen, von der Straße weg? Abtransportiert? Irgendwohin ins Nichts? Auf Nimmerwiederkehr? … Dabei vielleicht erst zurückzubleiben, die anderen verschwunden – und immer sicherer zu wissen, eines Tages bin ich dran? Meine Mutter? Meine Schwester? Mein Mann? Mein Kind?!  – Ausgeliefert den Mördern? … So erging es den sehr jungen Tanten und der Großmutter unserer Autorin Yvonne Livay (die 1942 in jene Zeit hineingeboren wurde): Sie wurden überfallen…  und hofften, während sie täglich stärker bedrängt wurden, durch ein Wunder doch rechtzeitig gerettet zu werden. In dieser Zeit der Furcht schrieben sie Briefe an die einzige, die es von ihnen zuvor nach außerhalb geschafft hatte. – Und diese Briefe lesen wir heute. Worte der Sorge, der Sehnsucht, der Liebe und des ohnmächtigen Zorns. Und lesen, wie es der Adressatin, der einzigen Überlebenden, und ihrer Tochter später erging. — Eine Dokumentation, die in ihrer Einfachheit und Alltäglichkeit so wuchtig und ergreifend ist, wie es eine „objektive Berichterstattung“ wohl nie sein könnte. Lesen Sie Die Frau mit der Lotosblume von Yvonne Livay, soeben im rainStein Verlag erschienen. – Yvonne Livay leitete mehrere Jahre die Jerusalemer Künstlergruppe LYRIS.