LYRIS: Antwort in deutscher Sprache

RainStein mit MohnLyrik nach der Shoa. Dichtung deutschsprachiger Überlebender aus Jerusalem: wir erinnern, bedenken, bewahren.

Unsere Zusammenarbeit begann vor fünfzehn Jahren. Die Produktion von LYRIS-Bänden in unserer rainStein-Bibliothek folgte der Verlagsgründung quasi auf dem Fuße. Warum? Weil wir von Beginn an Erinnerung ermöglichen, befördern, wecken und bewahren wollten. Erinnern, Berichten und Bezeugen als etwas Gegenwärtiges, ein Vergegenwärtigen, ein Geschehen, Reden und Hören im Jetzt.

Die LYRIS-Dichtung ist gewiß auch zeitlos. Und doch entspringt sie in ihrer Einzigartigkeit, ihrem Ort und ihrer Bestimmung dem Trauma des Verlustes. Sie erwächst aus der Verfolgung, der namenlosen Angst und Bedrohung, der großen Vernichtung von Familie und Volk in der Shoa. Das Leben ist verbrannt worden. Und so sind die Träume, Wege und Worte der Überlebenden Teil des Brands.

LYRIS: das ist, wenn wir es publizieren, unsere eigene Vergangenheit, hier in Deutschland. Das ist auch, wer wir sind, als Nachkommen, in einem Volk, einer Woge von Individuen, die dies taten, beobachteten, erduldeten. Es hat mit uns zu tun. Wir sind mitgemeint. Wir sind das Gegenüber. Diejenigen, die noch anzusprechen sind.

LYRIS- die meisten Mitglieder dieser unglaublich kreativen Dichter-Gruppe aus Jerusalem leben nun nicht mehr. Wir aber kannten sie, sprachen mit ihnen, aßen mit ihnen an einem Tisch. Wir hörten die Texte in der originalen Diktion. Wir verstanden sie direkt. Und wir nahmen sie auf und trugen sie in den „Winden über Jerusalem“, unserem Programm mit den Klezmerschicksen, hinaus zum deutschen Publikum.

Wenn Sie Teil des Hören, Bewahrens und Antwortens sein möchten – oder einfach nur Liebhaber wundervoller, kraftvoller Lyrik sind – dann unterstützen Sie uns! Lesen Sie! Tragen Sie es weiter… die Botschaft lautet: der Schmerz ist da – die Liebe auch.