Rückblick: Abschiedsportal

rainStein: Ehemalige website „Abschiedsportal“ I Grundstruktur 2008-06/2015 I Die Lebensgärten

 I  Berggarten

Pflanzen vor den Füßen, Himmel in den Augen. Unsere Menschenwelt mit ihren Maßen liegt zwischen dem Mikrokosmos der Pflanzen und dem Makrokosmos des Universums. In allen Welten gelten andere Maßstäbe. Was uns wie eine kurze Spanne erschien, ist in der Pflanzenwelt eine vollendete Bewegung. Mit dem Blick in den Himmel öffne ich mich für die tröstliche Ewigkeit der Sterne, die noch leuchten werden, wenn alles Erdenleben vergangen sein wird.

II  Klostergarten

Was wächst, drängt danach, reif zu werden. Was reif wurde, diente anderen als Lebens-Mittel oder verging auf natürliche Weise. Ich möchte auch mein eigenes Blühen und Fruchten als Teil eines Prozesses sehen: Was ich bin und tue, ist ein Vorlauf für den, der kommt. Manchmal bin ich Blüte in Erwartung, manchmal Apfel in Pracht. Diese Momente sind wunderschön. Der Verfall hingegen erscheint uns hässlich, aber er ist nur der Durchgang zur Transformation.

III Paradiesgarten

Das Paradies ist das Urbild des Gartens. Die altiranische Kultur hat uns das Wort paridaida überliefert, es bezeichnet einen königlichen Park mit exotischen Bäumen und zahmen und wilden Tieren. Solche Gärten vereinen vieles: Nahrung, Schönheit, Schatten… und Macht. Denn die persischen Paradiesgärten waren umzäunt, genau wie schöne Gärten es bis heute sind. Unsere Sehnsucht aber richtet sich auf das entgrenzte Paradies, das nicht bewacht werden muss, sondern für alle da ist.