Heute vor 75 Jahren: Hillel und seine Familie

Hillel Kron, 1942

03.02.1943, heute vor 75 Jahren.

Es war endlich trocken, aber noch immer bewölkt, doch deutlich kälter als in den voraufgegangenen Tagen, in der Nacht war es hier in Berlin sogar nahe Null gegangen. Es war ein Mittwoch. Hillel Kron, 3 Jahre und sieben Monate alt, war mit seinem Vater Arnold und seiner Mutter Rosa unterwegs, auch seine Geschwister waren dabei, Joel, zwei Jahre und Rachel, gerade 1 Jahr. Sie waren an einem Bahnhof und stiegen in Güterwaggons. Hillel klammerte sich an Arnold, denn er fürchtete sich. Er wußte, auch der Vater fürchtete sich, dennoch bot ihm die Hand Schutz. Im anderen Arm hielt Arnold Rachel, die völlig verstummt war. Rosa drängte sich mit Joel zu ihnen durch. Sie standen eng aneinandergepreßt, es gab keinen Platz, hinter ihnen wurden noch mehr Leute hineingestoßen. 952 Menschen in nur einen Zug. Hillel sah die Angst der Eltern, hörte das Geschrei, bekam unten zwischen den Leuten kaum Luft. Der Zug setzte sich in Bewegung. Berlin, von dem sie im Waggon nichts mehr sahen, blieb hinter ihnen. Transport Nummer 28. Der Zug fuhr und Hillel, fast ohnmächtig vor Durst, kannte seinen Zielort nicht. Auschwitz.

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