Manfred Winkler, Nationalpreisträger

Manfred Winkler ist das wohl international und national erfolgreichste Mitglied der Jerusalemer Künstlergruppe LYRIS. Er erhielt die Ehrenmitgliedschaft des PEN für deutschsprachige Schriftsteller im Ausland und, obgleich er die hebräische Sprache spät erlernte, den israelischen Nationalpreis für Lyrik.
Aus der Bukowina stammend,  in Czernowitz beheimatet (dem alten deutschsprachigen, jüdisch geprägten Gebiet in der heutigen Ukraine), erst Ende der 50er Jahre aus Rumänien nach Israel gelangend, ist er auch Maler und Bildhauer gewesen, ein überaus eindrucksvoller Mann, der 2014 in Israel starb. Im Dokumentar-Film „Klang der Worte“ (Gerhard Schick) wird uns Manfred Winkler – zusammen mit den anderen LYRIS-Mitgliedern – überzeugend nahe gebracht.

Bei rainStein stammen sowohl die Titel-Graphik bei „Augen“ (Magali Zibaso) wie auch die abgebildete Titel-Skulptur für „Winde über Jerusalem“ (Magali Zibaso) von Manfred Winkler.

Und er schrieb analytisch würdigende Vorworte für folgende Bände der rainStein-Bibliothek:  „Augen“ (Magali Zibaso), „Rostige Zeiten“ (Yvonne Livay) und „Winde über Jerusalem“ (Magali Zibaso).

Zum Werk Winde über Jerusalem

Dies ist das letzte Werk der Berlinerin Dr. Magali Zibaso:
Und über die Hügel Jerusalems fliegen Winde, Vögel, Sehnsucht und Worte. Wir folgen dem Blick über die Hügel, hinab auf die  Bedürftigkeit und das Gebrochensein allen Menschseins, folgen dem Willen zu Leben und Neuaufbruch, – nah der Schöpfung und allen Geschöpfen.

Mit einer analytischen Würdigung sowie einer Titel-Skulptur des israelischen Lyrik-Nationalpreisträgers Manfred Winkler.

Zum Werk Augen

/Auf den Dächern
Jerusalems
greift
der Löwenzahn
gelb
nach dem Himmel/ …

In diese Worte ist Vergangenheit eingemeißelt. Fragile Sicherheit treibt Sehnsucht an, in Alltagsszenen entdecken wir die Spannung des Überlebens. Auf deutsch geschrieben, bestimmt von jüdischen Themen, ist die Dichtung Magali Zibasos ein außergewöhnliches Kleinod für ihre Heimat, Israel. Und ebenso ist sie eine Chance zum Verstehen für Deutschland, das der Dichterin Schmerz und Muttersprache gab. – Mit einer analytischen Würdigung sowie einer Titel-Graphik des israelischen Lyrik-Nationalpreisträgers Manfred Winkler.

Zum Werk Rostige Zeiten

Lyrik und Graphik aus Israel. Yvonne Livay, geboren 1942 in Zürich, gehört der Jerusalemer Autorengruppe LYRIS an.
Die Dichterin baut  ‚Worttürme‘. Sie baut sie sich, ihrem Volk, den Toten und den Lebenden. In Worttürme kann sie sich zurückziehen, von dort Botschaften der Trauer und der Liebe senden.
„Rostige Zeiten“ bringt Sprachlosigkeit in Form und formt unsere Wahrnehmung neu.  Zwischen Jerusalem und Berlin spannt sich eine Brücke von Fragen: faszinierend geschichtete Wortbilder ziehen uns hinein in das Sehen der Dichterin, Malerin und Bildhauerin.
In Worten und Bildern begegnen wir in diesem Buch einer eigenständigen Stimme der „zweiten Generation“ nach der Shoa.

Mit einer analytischen Würdigung durch den israelischen Lyrik-Nationalpreisträger Manfred Winkler. Und neun Graphiken (sowie einem Titel-Gemälde) der Dichterin.