Aus meinen sieben Leben. Rezension

Jüdische Kulturzeitschrift DAVID Österreich Ausgabe 84/ 04.2010

Evelyn Ebrahim Nahooray
Eva Avi-Yonah: Aus meinen sieben Leben.
Berlin: rainStein-Verlag 2009.
232 Seiten
ISBN 978-3-940634-07-8

In ihrem Vorwort betonte Eva Avi-Yonah, dass sie nicht eine Lebensgeschichte, sondern vor allem eine Sinnsuche, also eine subjektive, private Geschichte und nicht ein Zeitbild erzählen wollte.
Eva Avi-Yonah wurde 1921 in Wien geboren; die aus wohlhabenden Familen stammenden Eltern hatten beide in Biologie promoviert. Evas Kindheit war von zahlreichen Konflikten geprägt, da die Eltern sichtlich nicht sehr einfühlsam waren und die damals als richtig angesehenen Erziehungsmethoden für ein sensibles Kind auch durchaus traumatisch sein konnten.
Der Vater, seit seiner Jugend dem Zionismus nahestehend, hatte die kommende Gefahr rechtzeitig erkannt, und so übersiedelte die Familie bereits 1936 nach Israel. Die Beziehung zu den Eltern blieb für Eva Avi-Yohnah weiterhin sehr schwierig, besonders als sie sich als Sechszehnjährige weigerte, weiterhin das Gymnasium zu besuchen, und stattdessen Kurse an der Kunstschule Bezalel belegte.
Schliesslich heiratete sie gegen den Willen ihrer Eltern einen jungen Silberschmied und musste während ihrer kurzen Ehe in grösster Armut leben. Gezwungenermassen nur um überhaupt überleben zu können, nahm sie verschiedenste Tätigkeiten an, aber nach einiger Zeit beschloss sie, doch ihre künstlerische Ausbildung wieder aufzunehmen.
1950 studierte sie für mehr als ein Jahr Malerei in Paris, u.a. auch bei Ferdinand Leger. Nach ihrer Rückkehr nach Israel arbeitete sie als Kunstlehrerin und heiratete den bekannten Archäologen Michael Avi -Yonah, den sie bei zahlreichen längeren Auslandsaufenthalten begleitete und dabei u.a. auch in Rom und London Unterricht in verschiedenen Kunstbereichen nahm.
Nach dem Tod ihres Mannes studierte sie an der Universität in Jerusalem Kunstgeschichte und Philosophie und promovierte 1986. Seitdem wurden ihre Bilder in Ausstellungen in Israel und Berlin gezeigt, ausserdem ist sie als Dichterin sowohl in deutscher wie auch englischer Sprache tätig.
Man hätte durchaus gern mehr von ihrem höchst interessanten Leben erfahren, ihr ist es aber wichtiger, von ihren Erlebnissen bei Seancen und Ähnlichem zu berichten. Dem nicht so esoterisch interessierten Leser ist es recht schwierig, ihr dabei zu folgen.